Landwein

Landwein oder Wein mit geschützter geografischer Angabe

Während die Bezeichnung “Tafelwein” aufgegeben wurde, bleibt die Angabe “Landwein” bestehen. Sie gilt für Wein mit geschützter geografischer Angabe (Wein g.g.A.). Das trifft auf insgesamt 26 Landweingebiete in Deutschland zu. Neben einigen weiteren Bestimmungen müssen mindestens 85 Prozent der Trauben für diese jeweiligen Landweine aus dem ausgewiesenen Gebiet stammen. Außerdem ist in den meisten Gebieten ein trockener oder halbtrockener Ausbau vorgesehen. Diese Landweine geben also schon erkennbar regionale Besonderheiten wieder.

Wenn Qualitätswein als Landwein erhältlich ist

Hier lohnt es sich bereits, einen kleinen Blick auf höherwertige Qualitätsweine zu werfen. In manchen Regionen liegen nämlich für sie die zugelassenen Ertragshöchstmengen deutlich unter denen für Landwein. Das trifft beispielsweise auf die Anbaugebiete Nahe, Pfalz und Rheinhessen zu. Fällt hier also der Ertrag von Wein, der ohne weiteres als Qualitäts- oder gar Prädikatswein eingestuft werden könnte, zu hoch aus, bleibt dem Winzer oft nur eine Wahl: Um sie vermarkten zu können, muss er diese Weine mit der Bezeichnung Landwein unter ihrem Wert deklarieren. Bedingung dafür jedoch ist, dass ihr Alkoholgehalt 15 Volumenprozent nicht übersteigt. Mehr ist für Landwein nämlich nicht zulässig. Wer genau aufpasst, kann also zum günstigen Preis einen Landwein erwischen, der eigentlich ein Qualitätswein oder sogar ein Prädikatswein ist.

Gut zu wissen: Abweichend von den Landweingebieten, in denen ausschließlich trockener und halbtrockener Landwein zugelassen ist, gibt es Landwein Neckar, Landwein Oberrhein und Landwein Rhein-Neckar sowie Deutschen Landwein – Rhein auch in lieblich und süß.

In Deutschland wenig verbreitet

Das Mindestmostgewicht für Landwein bewegt sich zwischen 47 und 55 Grad Oechsle. Ferner unterliegt Landwein ebenso wie Wein ohne Herkunftsangabe einer lebensmittelrechtlichen Kontrolle und muss einen Alkoholgehalt von mindestens 8,5 Volumenprozent aufweisen. Landwein ist schon deutlich häufiger anzutreffen als Wein ohne Herkunftsangabe. Aber auch er spielt mengenmäßig in Deutschland keine herausragende Rolle. Beide zusammen kommen auf zusammen etwa 270.000 bis 520.000 Hektoliter im Jahr.