Rotwein


Rotwein – der Ursprung des Weins

Deutschland gilt als klassisches Weißwein-Land. Dieses Etikett unterliegt jedoch einem zunehmenden Wandel. Aktuell entfallen von insgesamt rund 103.000 Hektar Rebfläche hierzulande schon knapp 35.000 Hektar auf Rotwein-Rebsorten. Das sind immerhin etwas über 34 Prozent. Im Jahre 1970 machten sie nur 14,7 Prozent der deutschen Weinbaufläche aus. In Württemberg und an der Ahr beträgt der Rotwein-Anteil inzwischen sogar zirka 68 beziehungsweise 82 Prozent. Insgesamt werden in Deutschland mit steigender Tendenz rund 3,5 Millionen Hektoliter Rotwein pro Jahr erzeugt.

Seit vielen Jahrtausenden Rotwein-Kultur

Der Produktionsprozess von Rotwein ist grundsätzlich einfacher und ursprünglicher als der anderer Weinsorten. Daher gilt als sicher, dass die ersten Weine, die Menschen hergestellt haben, Rotweine waren. Das ist mittlerweile etwa 8.000 Jahre her, wie Weinbau-Funde in Georgien oder Reste von Weinpressen in Syrien nachweisen. Vielleicht ist es aber auch schon gut 10.000 Jahre her, da Kerne von kultivierten Weinbeeren aus dieser Zeit im östlichen Kleinasien gefunden wurden. In jedem Fall befinden wir uns in einer Periode zwischen der Sesshaftwerdung und der Entstehung erster Frühkulturen.

Seither ist Rotwein zu einem Kulturgut erster Güte geworden. Zahlreiche Weingenießer in aller Welt schwören bevorzugt auf Rotwein. Das hat seinen Grund: Rotwein wird nämlich inklusive Schalen vergoren. Sie enthalten neben Farbstoffen auch Gerbstoffe oder Tannine und andere Pflanzenstoffe. Parallel zur Gärung findet also eine Extraktion dieser geschmacksgebenden Stoffe statt. So erhält der Rotwein über seine Farbe hinaus eine Vielzahl an oft komplexen Aromen.

Vielfältige Aromen

Sehr häufig zeigen sich Rotweine in der Nase und auf der Zunge mit Beeren-Aromen wie Schwarze Johannisbeere oder Brombeere. Erdbeere, Heidelbeere und Himbeere können ebenfalls vorkommen. Ferner sind Kirsche, Pflaume sowie Trockenfrüchte, Rosinen und Honig regelmäßig mit dabei. Dazu können erdige Noten kommen, Holz- und Ledertöne, Tabak, Kakao, Kaffee, Vanille sowie orientalische Gewürze. Dem gegenüber stehen Aromen von frischem Gemüse wie grünem Paprika oder Fenchel und florale Noten nach Rose, Veilchen, Kirsch- und Holunderblüten sowie Wiesenblumen. Der Genuss eines guten Rotweins kann also eine wahre Abenteuerreise für die Geschmackssinne sein.